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In Zusammenarbeit mit neun anderen internationalen Organisationen
und Solidaritätskomitees mehrerer Länder beteiligt sich
die Österreichische Guatemala Solidarität als ADA (Acompañamiento
de Austria) in ACOGUATE, einem Projekt der internationalen Begleitung
und Menschenrechtsbeobachtung in Guatemala. Davon ist ein Projektzweig
der Begleitung von ZeugInnen in zwei Gerichtsprozessen gegen ehemalige
Machthaber wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen und Genozid
gewidmet. In einem zweiten Teil des Projekts werden bedrohte Personen
und Organisationen begleitet, die sich der Verteidigung der ökonomischen,
sozialen und kulturellen sowie "traditionellen" individuellen
Menschenrechte verschrieben haben.
Das Projekt der ZeugInnenbegleitung erfolgt in Zusammenarbeit mit
der guatemal-tekischen Menschenrechtsorganisation CALDH (Centro
de Acción Legal en Derechos Humanos) sowie des ZeugInnenverbandes
AJR (Asociación por la Justicia y Reconciliación).
Seit Ende der 1990er Jahre untersucht CALDH die Verbrechen der beiden
Regime von Romeo Lucas García und Efrain Ríos Montt.
Dabei handelt es sich um Delikte wie Genozid, Verbrechen gegen die
Menschlichkeit, Mord und Totschlag, Vergewaltigung und Raub in den
Jahren 1981 und 1982. Im Mai 2000 wurde mit Unterstützung von
CALDH und den BewohnerInnen von neun Dörfern im Fall Lucas
García Anzeige erstattet. Im Fall Rios Montt reichten 13
weitere Gemeinden ein Jahr später die Klage ein. Ein wichtiger
Punkt in diesem Projekt ist die Beteiligung der Opfer und deren
Familien und ihre freiwillige Entscheidung, öffentlich auszusagen.
Derzeit beteiligen sich an den Prozessen rund 130 Personen als ZeugInnen,
die in 22 Dörfern in fünf verschiedenen Regionen des Landes
leben.
Im Gegensatz zu den Menschenrechtsberichten "Nunca Más"
(1998) des Menschenrechtsbüros der Erzdiözese Guatemala
sowie "Guatemala, Memoria del Silencio" (1999), der UNO-Wahrheitskommission
CEH (Comisión de Esclarecimiento Historico), die beide auf
anonymen Aussagen basieren, treten in den Gerichtsverfahren von
CALDH die Opfer persönlich als ZeugInnen der Anklage auf. Eine
der großen Sorgen in diesem Prozeß ist die physische
Sicherheit der beteiligten Personen.
Durch
die internationale Präsenz sollen die Risiken der ZeugInnen
sowie der anderen Gemeindemitglieder vor allem während des
Gerichtsprozesses minimiert werden. Daher schlossen sich im Februar
2000 zur Realisierung dieses Projektes Organisationen aus den USA,
Quebec, Österreich und ab 2003 aus Schweden zur CAIG (Coordinación
de Acompañamiento Internacional en Guatemala) zusammen, um
eine optimale Koordination und Durchführung der Begleitung
garantieren zu können. In den darauffolgenden Jahren haben
sich auch Solidaritätskomitees aus Frankreich, Dänemark,
Grossbritannien, Schweiz, Deutschland und Kanada in die CAIG integriert
und entsenden regelmässig freiwillige BegleiterInnen. Seit
Anfang Mai 2000 sind damit laufend freiwillige BegleiterInnen im
Einsatz, wofür es ein eigenes Koordinationsbüro in Guatemala-Stadt
gibt.
Seit dem Jahr 2001 konzentriert sich die CAIG zusätzlich auf
die Begleitung von Menschenrechtsorganisationen und Einzelpersonen.
Diese wurden auch unter der Regierung von Oscar Berger in besorgniserregendem
Maße Opfer von Drohungen und Überfällen, eine Tendenz,
die unter der aktuellen Regierung von Alvaro Colom anhält.
In der internationalen Begleitung sehen sie eine der wenigen Möglichkeiten,
sich vor Übergriffen zu schützen.
Zu dem Element der physischen Präsenz und Begleitarbeit kommt
für die internationalen BegleiterInnen die Aufgabe der Dokumentation
von Übergriffen auf MenschenrechtsverteidigerInnen hinzu. Diese
Informationen werden dann auf nationaler und internationaler Ebene
weitergeleitet. Parallel dazu werden nach Absprache mit den nationalen
Menschenrechtsorganisationen auch die diplomatischen Vertretungen
der CAIG-Länder in regelmässigen Abständen über
die Situation der MenschenrechtsverteidigerInnen informiert.
Aktuelle Informationen des Begleitprojekts der CAIG können
unter dem Link www.acoguate.blogspot.com
abgerufen werden.
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